V06: Jenseits des Antisuizidvertrags
Zu-Trauen, Miss-Trauen und Ver-Trauen in schweren adoleszenten Krisen
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Beschreibung
In kaum einer Lebensphase klaffen innere Welt und äußere Realität so auseinander wie in der frühen Adoleszenz: regressive Zustände mit Verlust der progressiven Fähigkeiten, Suizidalität und Selbstgefährdung, aber auch Angst vor Verlust der eigenen Autonomie rütteln an der therapeutischen Beziehung und fordern auf beiden Seiten eine Beschäftigung mit dem Zutrauen in Entwicklung und Vertrauen in die Stabilität der Bindung. Letzteres gilt besonders bei suizidalen Krisen und schweren Selbstverletzungen. Dabei dient der Einsatz von Non-Suizid-Verträgen oftmals eher der Minimierung von Angst der Therapeut:innen anstatt tatsächlichem Schutz. Vielmehr fordern uns solche Krisen heraus, unser eigenes Vertrauen, Misstrauen und Zutrauen zu reflektieren: Inwieweit trauen wir der inneren Stabilität des Jugendlichen etwas zu? Wo beginnt berechtigtes Misstrauen? Und wie stabil ist unser eigenes Vertrauen in die Wirksamkeit der therapeutischen Beziehung. Wir wollen anhand dieser Schlaglichter versuchen, das Spannungsfeld zwischen Entwicklung und Regression, zwischen Angst und Verantwortung, zwischen Kontrolle und Loslassen zu beleuchten. Neben einigen theoretischen Überlegungen zum Umgang mit adoleszenten Krisen möchten wir anhand von Fallvignetten (gerne auch von Teilnehmenden) das Thema behandlungstechnisch vertiefen.
Referent:innen
Dipl.-Psych. Saskia Fahrenkrug
Psychologische Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin (DPG), Supervisorin, Leitende Psychologin UKE, Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie.
Dipl.-Päd. Katharina Grieser-Pander
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin UKE, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und eigene Praxis, Supervisorin, Dozentin.