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Beschreibung

Wahrhaftigkeit und Vertrauen in der psychotherapeutischen Beziehung sind Grundvoraussetzungen für den Behandlungserfolg. Wie steht es um die Wahrhaftigkeit, wenn Leugnung, Spaltungsprozesse und exzessive projektive Mechanismen das psychopathologische Bild bestimmen? Psychotische (wahnhafte) Verkennung stellt definitionsgemäß die Realitätstreue von Wahrnehmung infrage. Wenn wir in solchen Situationen lediglich korrigierend auf realitätsgerechte Wahrnehmung bestehen, übernehmen wir die Funktion antipsychotischer Medikamente, die vorwiegend symptomunterdrückend wirken und die kreative lösungsorientierte Bedeutung psychotischer Symptome für Betroffene nicht ausreichend würdigen.
Das "psychotische Dilemma" (u.a. Lempa G, Haebler Dv, Montag C (2017) Psychodynamische Psychotherapie der Schizophrenien: Ein Manual), das bei intensiver therapeutischer Arbeit auch in der Übertragungsbeziehung auftaucht, reduziert den Spielraum in der Regulierung von Nähe und Distanz und kann zu Missverständnissen in der Beziehung beitragen, z.B. der Zuschreibung von Feindseligkeit oder Destruktivität da, wo ein(e) Patient*in sich in ihrer Selbstdefinition beeinträchtigt fühlt.
Anklänge an dieses Dilemma finden sich auch bei neurotischen und Borderline-Pathologien.
Wir wollen in diesem Seminar am ersten Tag theoretische Hintergründe für paranoides Misstrauen und psychotische Einschränkungen der Wahrhaftigkeit referieren und an den folgenden drei Seminartagen anhand von ausführlichen Falldarstellungen typische Behandlungssituationen vorstellen und Lösungen diskutieren.

Referent:innen

Dr. Hans Schultze-Jena

FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalyse in eigener Praxis. Gründungsmitglied der NAPP, des DDPP und des FPP.

Dr. phil. Dipl.-Psych. Karsten Schützmann

Leitender Psychologe der Klinik für Akutpsychiatrie & Psychosen Asklepios Klinik Nord Ochsenzoll, Psychologischer Psychotherapeut (TP).

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