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Beschreibung

Das Seminar widmet sich dem psychoanalytischen Konzept der „narzisstischen Plombe“, das Fritz Morgenthaler 1974 zur Beschreibung eines inneren Schutzmechanismus geprägt hat. Gemeint sind rigide psychische Strukturen, mit denen frühe narzisstische Verletzungen abgewehrt und ein fragiles Selbstgefühl stabilisiert werden – häufig auf Kosten von Beziehungsfähigkeit und innerer Lebendigkeit. Mit dem sexuellen Ritual einer Perversion mit „Plombenfunktion“ können existentielle Ängste und schwere seelische Konflikte externalisiert werden.

Eine Perversion i.S. sexueller Störungen kann als Ausdruck narzisstischer Selbstreparatur, einer Stabilisierung eines brüchigen Selbstgefühls verstanden werden.

Nach einer Einführung in die Nomenklatur und diagnostische Einordnung besonderer sexueller Präferenzen werden wir u.a. anhand des Konzepts von Morgenthaler klinische Beispiele diskutieren und den Zusammenhang zu zentralen Themen wie narzisstischer Abwehr, Identitätsbildung und therapeutischer Beziehung herstellen. Dabei wird dem Umgang mit Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen und einem Verständnis für dahinter liegende Sehnsüchte, Ängste und Aggressionen eine besondere Bedeutung beigemessen. Das Seminar richtet sich an psychodynamisch interessierte Psychotherapeut:innen, die ihre diagnostische und therapeutische Sensibilität im Umgang mit narzisstisch geprägten Sexualstörungen vertiefen möchten.

Referent:innen

Dipl.-Psych. Annika Flöter

Psychologische Psychotherapeutin tiefenpsychologisch fundiert, Sexualtherapeutin (DGfS-zertifiziert), übertragungsfokussierte Psychotherapeutin (TFP-Nord), Referentin, Supervisorin und Selbsterfahrungsleiterin an unterschiedlichen (Ausbildungs-)Instituten.

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