Zum Seiteninhalt springen

Beschreibung

Es wirkt widersprüchlich, eine auf Vertrauen basierende therapeutische Beziehung mit jemandem aufzubauen, der regelmäßig lügt und andere und/oder sich selbst täuscht. Den Seminarteilnehmenden wird dazu beispielhaft eine Arbeit aus dem Jahre 1990 zur Verfügung gestellt, die das Thema mit Hilfe von zwei Fallbeispielen aus Psychoanalysen diskutiert: Edna O`Shaughnessy: „Can a Liar be psychoanalysed“ Int. J. Psychoanal. 71, 187 – 195. Diese wird Ausgangspunkt zur Klärung der Frage. Natürlich wird es auch darum gehen, wo die Grenzen liegen zwischen bewusstem Täuschen und den Abwehrmechanismen der Verleugnung und Spaltung, mit denen wir Therapeut:innen gewohnt sind, täglich umzugehen - besonders dann, wenn das Klientel Borderline-Störungen im weitesten Sinne umfasst. Bei der sogenannten Psychopathie und Impulsstörungen anderer Art (z.B. Süchten), aber auch der Pseudologia phantastica, der man durchaus auch in der Praxistätigkeit begegnen kann, liegen unbewusste Abwehr und bewusstes Lügen so eng nebeneinander, dass sich daraus ganz besondere Behandlungsschwierigkeiten ergeben können. Fallbeispiele der Seminarteilnehmenden werden ausgesprochen begrüßt.

Referent:innen

Prof. em. Dr. med. Wolfgang Berner

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, von 1995 – 2010 Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Medizin am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf. Mitglied der Hamburger Ärztekammer, in freier Praxis tätig.

Zur Übersicht Vormittagsseminare